Auch in diesem Jahr bot die FutureHealth Raum für Austausch, Diskussionen und neue Perspektiven. Die Veranstaltung beleuchtete Chancen und Herausforderungen aus einem interdisziplinären Blickwinkel und stellte das Gesamtsystem in den Mittelpunkt.
Der erste Themenblock Healthcare in Transition zeigte, wie sich das Gesundheitssystem zwischen Kostendruck, wachsender Komplexität und neuen Chancen entwickelt. Im zweiten Block stand die Prävention im Mittelpunkt: Expertinnen und Experten veranschaulichten das Potenzial für Bevölkerung, System und Wirtschaft und teilten unterschiedliche Wege zu einer tragfähigen Umsetzung. Der dritte Block fokussierte sich auf die mentale Gesundheit und führte vor Augen, warum wir eine gemeinsame Strategie benötigen.
Teil des Programms war auch eine Deep-Dive-Session der Post, die aufzeigte, wie die IT als Fundament smarte Prozesse ermöglicht und dadurch mehr Freiraum für die Patientenversorgung schafft.
Eine stabile und saubere IT-Basis ist die Voraussetzung für digitale Transformation und durchgängige Prozesse im Gesundheitswesen. Mit dieser zentralen Botschaft eröffnete Pascal Brack, Head of IT Services Digital Health bei der Post, die Session. Im Alltag ist dieses Fundament oft unsichtbar. Es ist aber entscheidend, damit der medizinische Betrieb und digitale Services für Patientinnen, Patienten und Fachpersonen zuverlässig funktionieren.
Pascal Brack teilte anschaulicher Beispiele, wie digitale Services den Arbeitsalltag vereinfachen:
eTermin und eCheck in erleichtern die Terminvereinbarung und die erstmalige Erfassung von Patientendaten. Die Informationen werden direkt in der Praxissoftware gespeichert. Das spart Zeit und reduziert Fehler deutlich.
Hochautomatisierte Logistikprozesse fliessen über das Medical Services Center direkt in die Versorgung ein und vereinfachen z.B. die Bestellung von OP-Materialien von der Planung bis zur Abrechnung. Spitäler können ihre Gesundheitslogistik vollständig an die Post auslagern – von der operativen Beschaffung über die Lagerung bis zur fallbezogenen Belieferung mit Verbrauchsmaterialien, Operationsinstrumenten und wiederverwendbaren Medizinprodukten. Ergänzend übernimmt die Post auch die Aufbereitung von Sterilgütern – von der Reinigung und Sterilisation bis zur logistischen Bereitstellung. Das Resultat: eine integrierte Lösung, die Spitallogistikprozesse vereinfacht, Personal entlastet und Kapazitäten freisetzt.
Das elektronische Patientendossier (EPD), künftig elektronisches Gesundheitsdossier (E-GD), ist ein wichtiger Schritt für mehr Effizienz und Zusammenarbeit in der Versorgung. Behandlungsrelevante Informationen müssen nur einmal erfasst werden. Das vereinfacht Prozesse und verbessert die medizinische Versorgungsqualität. Die E-Health-Plattform der Post bietet eine sichere und benutzerfreundliche Umgebung, in der Gesundheitsdaten verwaltet und der Austausch zwischen Fachpersonen vereinfacht wird.
Um das volle Potential zu entfalten, muss das IT-Fundament standardisiert und zentralisiert sein: das heisst einheitliche Prozesse, klare Standards, weniger Abhängigkeiten. So entsteht eine stabile, sichere und kosteneffiziente Informatik, die Gesundheitsorganisationen optimal unterstützt – wie etwa die IT-Komplettlösung Time4Patient der Post. Richtig umgesetzt, reduziert diese Grundlage die Komplexität im Alltag und schafft mehr Zeit für die Patientenversorgung. Aber auch Prozesse für Patientinnen und Patienten werden dadurch einfacher, transparenter und digitaler. Pascal Brack fasste es zum Schluss klar zusammen: «Erst das Fundament, dann die Prozesse und dann die Innovation.»
Der Input von Marcel Napierala, CEO der Medbase Gruppe, zeigte eindrücklich, wie das Unternehmen Leistungen, Daten und Partner zu einem integrierten Versorgungssystem verbindet. In diesem System ist von der Prävention über Diagnostik und Therapie bis hin zu Apotheken, Telemedizin und Pflege alles vernetzt.
Damit diese Vernetzung funktioniert, braucht es eine standortübergreifende Daten- und Prozesslandschaft: Eine gemeinsame IT-Infrastruktur sorgt dafür, dass Informationen fliessend zwischen allen Standorten verfügbar sind und die Zusammenarbeit einfacher wird. Ebenso zentral ist die Einbindung weiterer Partner wie Versicherer, Spitäler oder Fachstellen, die das Versorgungssystem komplettieren. Diese integrierte Ausrichtung steigert die Qualität und Effizienz und schafft die Grundlage für eine konsequente Orientierung an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten.
Im anschliessenden Input nahm uns Corinne Spirig, COO des digital health center bülach (dhc) mit, wohin die weitere Reise gehen könnte. Wenn im Gesundheitswesen über Entlastung gesprochen wird, geht es oft um Effizienz innerhalb einzelner Organisationen. Die grössten Reibungsverluste entstehen jedoch an den Übergängen im Behandlungspfad.
Ein typisches Beispiel ist die Überweisung von der Hausarztpraxis zur Fachärztin oder zum Facharzt. Fehlende Informationen, nachzufordernde Dokumente oder doppelte Abklärungen führen regelmässig zu zusätzlichem Koordinationsaufwand und binden wertvolle Zeit von Fachpersonen.
Prozesse müssen deshalb nicht nur lokal optimiert werden, sondern entlang der gesamten Patientenreise gedacht werden. Heute verbessern viele Organisationen ihre Abläufe innerhalb der eigenen Strukturen. Zukünftig wird es im Gesundheitswesen jedoch darum gehen, Prozesse so zu gestalten, dass sie über Sektoren hinweg funktionieren. Corinne Spirig ist überzeugt: «In den kommenden Jahren werden wir viele gute digitale Lösungen sehen. Der eigentliche Hebel liegt jedoch darin, wie gut diese Lösungen im Versorgungssystem zusammenspielen.»