E-Voting-Community-Programm der Schweizerischen Post
Geschätzte E-Voting-Interessierte und Mitglieder der E-Voting-Community
Der diesjährige öffentliche Intrusionstest (PIT) ist abgeschlossen. Die Sicherheitsexpertinnen und -experten haben das E-Voting-System der Post erneut intensiv geprüft – auch dieses Jahr wieder mit wertvollen Rückmeldungen für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Systems.
Damit das System auch künftig den hohen Sicherheitsanforderungen entspricht, setzen wir auf Transparenz, externe Expertise und regelmässige Überprüfungen. Im Fokus dieser Newsletter-Ausgabe stehen deshalb die Erkenntnisse aus dem PIT 2026, die Weiterentwicklung des PIT-Formats sowie weitere Aktualitäten rund um E-Voting.
Viel Spass bei der Lektüre. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen.
Der öffentliche Intrusionstest 2026 (Public Intrusion Test, PIT) des E-Voting-Systems der Post ist abgeschlossen. Vom 6. bis 24. Juli prüfte die internationale Sicherheits-Community eine produktionsnahe Live-Umgebung entlang des gesamten elektronischen Abstimmungsprozesses. Ergänzend ermöglichte der diesjährige öffentliche Intrusionstest erweiterte Testmöglichkeiten: 20 ausgewählten Sicherheitsforschenden konnten das System noch vertiefter testen.
Die Beteiligung lag deutlich über dem Vorjahr: Insgesamt wurden mehr als 403'000 Zugriffe von 5,479 unterschiedlichen IP-Adressen aus 107 Ländern registriert, wovon rund 48'000 als Angriffe zu klassifizieren sind. Die Post erhielt 85 Meldungen, von denen sechs als Befunde bestätigt wurden. Kritische Schwachstellen wurden keine nachgewiesen. Ein Befund wurde als hoch, ein Befund als mittel und die übrigen als tief eingestuft. Der Befund, welcher mit Schweregrad hoch eingestuft wurde, betraf die Verfügbarkeit des Abstimmungsservers, nicht aber die Integrität oder Vertraulichkeit der Stimmen. Die digitale Urne sowie die Sicherheit der abgegebenen Stimmen blieben unangetastet.
Die bestätigten Befunde werden im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses analysiert und priorisiert umgesetzt. Für die validierten Meldungen wurden rund 38'000 Franken an Bounties ausbezahlt. Weitere Details zu Testaufbau, Scope, Methodik und Befundklassifizierung finden sich im PIT-Abschlussbericht.
BärnHäckt 2026: E-Voting-Challenge gewinnt Public Award
Am Hackathon BärnHäckt 2026, vom 21. bis 23. August, stand E-Voting erneut im Austausch mit der Tech- und Security-Community. Die Post war mit zwei Challenges vertreten, die unterschiedlichen Perspektiven auf das elektronische Abstimmen adressierten: Sicherheit, Barrierefreiheit und verständliche Kommunikation komplexer kryptografischer Prozesse.
Besonders erfreulich: Die Post-Challenge «Explain Swiss Post E-Voting Through a Game» der Gruppe «World of VoteCraft» wurde mit dem Public Award 2026 ausgezeichnet. Das Projekt zeigte auf spielerische Weise, wie zentrale Konzepte von E-Voting – etwa Verifizierbarkeit, Vertrauen und Systemtransparenz – einer breiteren Zielgruppe nähergebracht werden können.
Für die Weiterentwicklung von E-Voting sind solche Hackathon-Formate wertvoll: Sie schaffen einen praxisnahen Rahmen, um technische Fragestellungen mit externen Expertinnen und Experten zu diskutieren, neue Vermittlungsansätze zu testen und Rückmeldungen aus der Community aufzunehmen. Der Public Award unterstreicht, dass Sicherheit und Transparenz nicht nur technisch umgesetzt, sondern auch verständlich erklärt werden müssen.
Neuenburg steigt ab November 2026 in den E-Voting-Betrieb ein
Der Kanton Neuenburg wird ab November 2026 in den E-Voting-Betrieb einsteigen. Damit erweitert sich der Kreis der Kantone, die das E-Voting-System der Post unter den Vorgaben des Bundes einsetzen.
Ausserdem erhielt der Kanton Luzern am 24. Juni 2026 die auf zwei Jahre befristete Grundbewilligung für die versuchsweise Einführung von E-Voting. Ab September 2026 können zunächst Auslandschweizerinnen und -schweizer elektronisch abstimmen; ab 2028 ist eine Ausweitung auf ausgewählte Pilotgemeinden vorgesehen.
Save the Dates: Events im 2026 mit dem E-Voting-Team
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